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Psychotherapie? Was ist das?
Wie funktioniert das?
Probleme? Lösungen!
Ziele
"Würdest du mir bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll?" "Das hängt zum größten Teil davon ab, wohin du möchtest", sagte die Katze. "Ach, wohin ist mir eigentlich gleich...", sagte Alice. " Dann ist es auch egal, wie du weitergehst", sagte die Katze.
aus: Lewis Caroll: Alice im Wunderland
Aus einer psychotherapeutischen Sitzung mit einem 16jährigen Jugendlichen
:Jim: Ich habe nichts.
Therapeut: Es ist nicht
passiert, worüber es sich zu sprechen lohnte?
Jim: Ich weiß nicht, was sie
wollen. ...
Therapeut: Einigen Menschen
macht es einen Riesenspaß ... ein Puzzle zusammenzusetzen. Mir gefällt es,
Menschen dabei zu helfen, ihr Leben anzuschauen, so als wäre es ein Rätsel
oder ein Puzzle und herauszufinden, was sie wirklich wollen und warum sie es
nicht bekommen. Wenn dieser Teil gelöst ist, können sie ihre Zukunft planen.
Jim: Ich weiß, was ich will.
Therapeut: Hmmm?
Jim: Ich will einfach in Ruhe
gelassen werden.
Therapeut: In Ruhe gelassen
werden, um was zu tun?
Jim: Woher soll ich das
wissen?
Therapeut: Ich denke, solange
Sie die Antwort auf die Frage nicht kennen, ist in Ruhe gelassen werden
vielleicht nicht das, was sie wirklich wollen. Ich meine, wenn mir jemand sagt,
er will alleine gelassen werden, um einen Film im Fernsehen zu sehen, etwas zu
basteln, oder einfach die Natur zu genießen, könnte das einen Sinn ergeben;
aber wenn Sie mir sagen, dass sie einfach alleine gelassen werden wollen, aber
nicht wissen, warum, dann denke ich, dass es um was anderes geht.
Jim: Was anderes?
Therapeut: Oh, etwa, dass sie
in Wirklichkeit allein gelassen werden wollen, nicht weil sie alleine gelassen
werden wollen, sondern weil sie bisher nicht allzu viel davon hatten, wenn sie
nicht alleine waren. Dass das Zusammensein mit Menschen für sie nicht
funktioniert. Dass Ihr Ziel nicht so sehr darin besteht, etwas zu bekommen,
sondern vielmehr darin, etwas zu vermeiden - die Frustration und den Schmerz zu
vermeiden, sich unverstanden zu fühlen zum Beispiel.
Jim: Ja, das schmerzt im
Arsch.
aus: M.F.Basch: Die Kunst der Psychotherapie
Psychotherapie hat etwas mit Problemen und deren Lösungen zu tun. Welch verschlungene Wege dabei eingeschlagen werden, hat etwas mit Dir und dem Therapeuten und Eurer Interaktion zu tun, aber natürlich auch mit der Therapierichtung. Es gibt in Deutschland zwei von den Krankenkassen anerkannte Richtlinienverfahren: die analytische Psychotherapie und die Verhaltenstherapie. Für welche Du Dich entscheidest, wird in Großstädten von deinen Vorlieben abhängen, hat auf dem flachen Land eher etwas mit den dort ansässigen Therapeuten zu tun. Wie Du an Adressen kommst, erfährst du weiter unten.
Hier zunächst ein paar Bücher zum Weiterlesen:
Anita Eckstaedt und Rolf Klüwer: Zeit allein heilt keine
Wunden. Psychoanalytische Erstgespräche mit Kindern und Eltern.
Caroline Eliacheff: Das Kind, das eine Katze sein wollte. Psychoanalytische Arbeit mit
Säuglingen und Kleinkindern.
Irvin D.Yalom: Und Nietzsche weinte. Ein Roman.
Jerome D. Frank: Die Heiler.
Michael Franz Basch: Die Kunst der Psychotherapie.
D. W. Winnicott: Piggle. Eine Kinderanalyse.
C. G. Jung: Erinnerungen. Träume. Gedanken.
Und last but not least der Ahnherr: Sigmund Freud: Vorlesungen zur Einführung und die
Psychoanalyse.
Das Loch
Eine Geschichte von Nossrat Peseschkian:
Erster Tag: Ich gehe eine Straße entlang, am Gehsteig. Plötzlich tut sich vor mir ein Loch im Boden auf. Ich stürze hinein. Ich bin verloren. Ich weiß, ich muss sterben. Kläglich rufe ich um Hilfe. Dann, nach endlos langer Zeit, kommt mir jemand zu Hilfe, hilft mir heraus aus dem Loch. Zweiter Tag: Ich gehe die gleiche Straße entlang, am gleichen Gehsteig. Vor mir tut sich unerwartet wieder das Loch im Boden auf. Ich stürze hinein. Ich habe Angst. Aber ich rapple mich auf, und ich erkenne, dass es eine Möglichkeit gibt, wie ich mich selbst befreien kann. Das ist mühsam, aber es gelingt mir schließlich doch. Dritter Tag: Ich gehe die gleiche Straße entlang, am gleichen Gehsteig, und da ist wieder das gleiche Loch. Ich falle wieder hinein - aus reiner Gewohnheit. Ich ärgere mich über mich selbst, klettere auf dem mir nun schon bekannten Weg heraus und gehe weiter. Vierter Tag: Ich gehe wieder die gleiche Straße entlang, am gleichen Gehsteig, sehe das Loch vor mir - und wechsle die Straßenseite. Fünfter Tag: Ich nehme eine andere Straße.
Bin ich schön? Bin ich hässlich?
Gedanken zur Adoleszenz
Die Pubertät ist der Übergang von der Kindheit zur Jugendzeit. Mit ihr beginnt sich der Körper zu verändern und der Geist und die Gefühle verändern sich auch. Wir müssen uns innerlich an die Veränderungen unseres Körpers anpassen und das ist nicht immer einfach. Die ganze Person stürzt in ein großes Tohuwabohu, das jeder von uns in seiner eigenen Weise durchlebt.
Lisa, 16 Jahre.
Das ist ein schwieriges Lebensalter. Es ist so anstrengend, immer mit diesem Zweifel und dieser Unsicherheit zu leben. Man kommt mit der Umgebung überhaupt nicht klar, man ist aufsässig, man fühlt sich unglücklich in der eigenen Haut, die irgendwie nicht mehr die eigene ist, unglücklich auch, weil man nicht versteht, was los ist, und weil man alleine ist.
Annika, 15 Jahre
Ich hab so sehr geheult, dass meine Augen ganz rot waren. Ich bin traurig und genervt und weiß nicht mal warum. Am liebsten würde ich die Zeit anhalten und wäre gern ganz weit weg. Es fällt mir schwer zu denken, es fällt mir schwer, überhaupt zu leben, ich habe solche Angst, dass ich es nicht schaffe, mir selber Mut zu machen und mich zu trösten. Alles ist so wahnsinnig schwer, ich hab die Nase voll vom Leben, aber ich liebe es...
Anton, 15 Jahre
Schrecklich, ich fühle mich ganz schrecklich, diese Pickel, furchtbar. Ich habe das Gefühl, dass alle Leute mich anschauen, ich weiß gar nicht mehr, was für ein outfit ich mir noch ausdenken soll, um mich besser zu fühlen und um mich zu verstecken. Ich weiß nicht, hoffentlich geht es schnell vorbei, denn so, wie es ist, na danke.. Meine Mutter sagt, dass es nicht so bleibt, aber bis dahin- Scheißangst!
Freundschaft ist etwas ganz Wesentliches, vor allem während eines Lebensabschnitts, in dem sich die Beziehungen zur eigenen Familie verändern. Wir suchen einen Doppelgänger oder eine Doppelgängerin, damit wir uns stärker fühlen, einen Vertrauten, dem wir unseren Kummer sagen können, eine verwandte Seele, ein Alter ego.
aus: Francoise Dolto: Von den Schwierigkeiten, erwachsen zu werden
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Bücher, die weiterhelfen:
Francoise Dolto: Von den Schwierigkeiten, erwachsen zu werden
Sylvia Schneider: Birgit Rieger: Das Aufklärungsbuch
Barbara Berckhan: Die etwas gelassenere Art, sich durchzusetzen
Susie Orbach: Das Anti Diät Buch
Cora Besser Siegmund: Frei von Angst und Panik
Paul Watzlawick: Anleitung zum Unglücklichsein
Mihaly Csikszentmihalyi: Flow; Das
Geheimnis des Glücks
Marco von Münchhausen: So zähmen
Sie Ihren inneren Schweinehund
Tanja Legenbauer und Silja Vocks:
Wer schön sein will, muss leiden?
Psychotherapie auf Krankenschein
Wenn Du das Gefühl hast, Hilfe zu brauchen, kannst
Du Dich mit Deiner
Chipkarte auf die Suche nach dem passenden Psychotherapeuten machen. Adressen
bekommst Du von Deiner Krankenkasse oder von den örtlichen Vermittlungsstellen
oder die Beratungsstellen. Du kannst aber auch im Freundeskreis rumfragen. Du
wirst dich wundern, wie viele in Deinem Bekanntenkreis zu einem Therapeuten
gehen. Bei dem Therapeuten hast Du in der Regel 5 Vorgespräche, in denen Du
zusammen mit dem Therapeuten feststellen kannst, ob Ihr miteinander
"arbeiten" könnt. Adressen von bei der Krankenkasse zugelassenen
analytischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten gibt es unter
www.vakjp.de
Adressen von eher verhaltenstherapeutisch orientierten Therapeuten findest
Du
bei www.psychotherapiesuche.de