Ausbrennen

Für etwas brennen - sich begeistern - entflammt sein

Und dann: überfordert sein, leer, müde, ausgelaugt, desillusioniert.

Von Sportler, von Fußballtrainern, von Managern, aber auch von Lehrern, Sozialarbeitern hören wir, dass sie an einem Burnout-Syndrom leiden. Und viele Schülerinnen in den neuen Schnellläuferklassen der Gymnasien.

Burnout wird manchmal auch "Erschöpfungsdepression" genannt.

Ist Burnout eine Modediagnose?

Was versteht man unter dem Burnout-Syndrom?

Meistens geht es um äußere Situationen, die als belastend erlebt werden, die als nicht bewältigbar erscheinen.

Das können sehr unterschiedliche Situationen sein: Prüfungen, Konflikte, endlose Arbeits- und Schultage, hohe Arbeitsanforderungen. Situationen, in denen ich mich überfordert fühle, für die mir keine Strategien zur Verfügung stehen, in denen ich mich als Versagerin erlebe. "Das schaffe ich nicht" Oder "Das schaffe ich nicht so, wie ich es schaffen muss." Meine Ansprüche können sehr hoch sein("Ich muss unbedingt die beste Arbeit schreiben". "Ich darf nicht rot werden". "Ich darf mich nicht versprechen".) Oder ich denke, dass wichtige Andere hohe, unerfüllbare Erwartungen an mich stellen("Der Lehrer wird enttäuscht sein, wenn ich keine 15 Punkte erreiche"."Plötzlich merken alle, dass ich so gut gar nicht bin, dass gar nichts dahinter steckt, dass ich ein Nichts bin"). Manchmal kommt ein Gefühl von Ohnmacht hinzu, ein Gefühl des Ausgeliefertseins. "Ich kann nichts an meiner Situation ändern, habe keinen Einfluss auf meine Situation". Vielleicht habe ich auch das Gefühl, dass ich viel zu schlecht ausgerüstet bin, nicht über die notwenigen Kompetenzen verfüge, oder ich habe in der Vergangenheit in einer ähnlichen Situation eine Niederlage, eine Zurückweisung, eine Kränkung, einen Misserfolg erlebt. Dann antizipiere ich die Wiederholung dieser unangenehmen Situation, die sich, je lebendiger man sich die Niederlage vorstellt, dann meist auch einstellt.

Diese Situation wird dann als Gefahrensituationen interpretiert, der Körper in einen Alarmzustand versetzt. 

Das wiederum hat Auswirkungen auf den Schlaf, auf die Herzfrequenz, auf den Blutdruck. Auf die Dauer auf das Immunsystem. Gereiztheit, Nervosität, Mattigkeit können die Folgen sein. Die Daueranspannung wird durch keine erholsame Entspannung unterbrochen. Der Schlaf ist flach und kurz, Grübeleien lassen einen nicht einschlafen, man schreckt immer wieder auf, ist am nächsten Morgen wie zerschlagen.

Ein negativer Kreislauf beginnt. 

Bei dem Burnout-Syndrom geht es also um eine Art Dauerstress, der als nicht bewältigbar interpretiert wird und auf den der Körper mit einem Alarmzustand reagiert.  Neben psychischen Störungen(niedriges Selbstwertgefühl, Leere, Unlustgefühle) kann diese Dauerbelastung zu körperlichen Schädigungen führen: Herzerkrankungen, Magen-Darmerkrankungen, Rückenschmerzen, häufige grippale Infekte.



 

»Ein in der Meditation erfahrener Mann wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so gesammelt sein könne. Er antwortete: „Wenn ich stehe, dann stehe ich; wenn ich gehe, dann gehe ich; wenn ich sitze, dann sitze ich; wenn ich esse, dann esse ich; wenn ich spreche, dann spreche ich ...“ Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und meinten: „Das tun wir auch, aber was machst du noch darüber hinaus?“ Er sagte wiederum: „Wenn ich stehe, dann stehe ich; wenn ich gehe, dann gehe ich; wenn ich sitze, dann sitze ich ...“ Wieder behaupteten die Leute: „Das tun wir auch.“ Er sagte: „Nein, wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon, wenn ihr steht, dann lauft ihr schon, wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel... «

Aus dem Zen

 

Psychotherapeutische Praxis 

Regina Konrad

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