Mit sich selbst Frieden schließen

 

Wie oft sind Menschen im Krieg mit sich selbst. Wir können uns nicht leiden, wir lehnen uns ab. Ich empfehle, für ein paar Tage eine Strichliste zu führen. Links macht man einen Strich, wenn man sich etwas Nettes sagt, wenn man sich selbst anerkennt, rechts, wenn man an sich selbst herumnörgelt, sich selbst abwertet. Ich wünsche meinen Patientinnen jedes Mal, dass sie auf der linken Seite mehr Striche haben, aber leider sieht es bei den meisten Menschen anders aus. Da kann die folgende Übung das Bewusstsein nach und nach verändern.

 

Erinnern Sie sich an eine Situation in Ihrem Leben, in der Sie sich ganz in Frieden mit sich selbst gefühlt haben, also in Einklang mit sich selbst. Erinnern Sie sich an so viele Einzelheiten, wie Sie brauchen, um diese Empfindung noch mal spüren zu können ... Und jetzt denken Sie an eine Situation aus den letzten Tagen, wenn es die gegeben hat, sonst weiter zurückliegend, wo Sie sich uneins mit sich, in Unfrieden mit sich selbst, gefühlt haben. Und wieder erinnern Sie sich der Einzelheiten, die sie benötigen, damit Sie auch das spüren können ... Und jetzt stellen Sie sich vor, dass dieser Teil, der in Frieden mit sich sein kann, zu dem anderen, der in Unfrieden mit sich ist, hingeht und mit ihm einen freundlichen, liebevollen, akzeptierenden Kontakt aufnimmt. Durch Worte oder Berührungen oder durch beides, so wie es für Sie stimmig erscheint ... Es sollte auf jeden Fall etwas Unterstützendes, Liebevolles sein ...Und jetzt stellen sie sich vor, dass sie diese beiden Ichs in Ihr Herz hinein nehmen. Denn im Grunde sind Sie das alles. Das Ich von heute umschließt beide Zustände. Und dann können sie sich vorstellen, dass Sie eingehüllt sind, umschlossen sind von einem Licht, das für sie Frieden bedeutet…



 

Aus: Luise Reddemann: Imagination als heilsame Kraft. Leben lernen 141. Klett Cotta. 2001

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