Stelle Dir einen Ort vor, der Dir gefällt und an dem Du Dich sicher und geborgen fühlst.

Dieser Ort kann auf der Erde sein, er muss es aber nicht. Er kann auch außerhalb der Erde liegen. Du kannst ihn Dir ausdenken, oder den Ort kann es wirklich geben.

Lasse Gedanken und Vorstellungen oder Bilder aufsteigen von einem Ort, an dem Du Dich geborgen fühlst. Wenn unangenehme Bilder kommen, empfiehlt es sich weiterzugehen, jede bzw. jeder kann einen solchen nur guten Ort für sich finden, an dem man sich vollkommen wohl fühlt. 

Gib diesem Ort eine Begrenzung. Du kannst bestimmen, welche Lebewesen an diesem Ort sein dürfen. Du kannst liebevolle Begleiter oder Helfer an diesen Ort einladen, Wesen, die Dir Unterstützung und Liebe geben.

Prüfe nun, ob Du Dich dort mit allen Sinnen wohl fühlst.

Was siehst Du? Ist es angenehm? Wenn es etwas gibt, was Dir nicht gefällt, dann verändere es.

Was hörst Du? Ist es für dich angenehm?

Wenn nicht, verändere es.  

Ist die Temperatur angenehm? Wenn nicht, so kannst Du sie jetzt verändern.

Kann sich Dein Körper so bewegen, dass Du Dich damit ganz wohl fühlst?

Wenn noch etwas fehlt, verändere alles so, bis es ganz stimmig für Dich ist.

Falls Du Gerüche wahrnimmst, sind diese angenehm?

Auch sie kannst Du verändern, so dass Du Dich ganz wohl damit fühlst.

Wenn Du spürst, dass Du Dich ganz und gar an diesem inneren Ort wohlfühlst, dann kannst Du mit Dir eine Körpergeste vereinbaren. Diese kleine Geste kannst Du in Zukunft ausführen, wenn Du zu dem Ort zurückkehren möchtest. Geste und Ort sind miteinander verbunden. Das hilft Dir, schneller in die Vorstellung eintauchen zu können. Wenn Du möchtest, kannst Du diese Geste jetzt ausführen.

Um die Übung zu beenden, kannst Du wieder Deine Körpergrenzen wahrnehmen und den Kontakt des Körpers mit dem Boden/dem Stuhl achtsam registrieren. Komm mit der Aufmerksamkeit zurück in den Raum.

Wie geht es Dir nach dieser Übung? Erlebst Du ein Gefühl von innerer Sicherheit, von Geborgenheit?

Dann könntest Du diese Übung regelmäßig zu machen, sodass sie Dir in Fleisch und Blut übergeht und Du sie jederzeit einsetzen kannst, wenn Du Dich angespannt oder unwohl fühlst. Du wirst dann erfahren, dass Du auf diese Art, das heißt mit Hilfe dieser Übung, Meister/in schwieriger Situationen wirst, indem Du Dir rasch helfen kannst, ruhiger zu werden und aufzutanken.

Dies gelingt aber in angespannten Situationen nur dann, wenn man die Übungen verinnerlicht hat. Wer die Übung nur ab und zu macht, mag sie im jeweiligen Moment als wirksam erleben, es ist aber unwahrscheinlich, dass sie in kritischen Situationen hilft, insbesondere deshalb, weil sie dann nicht rasch genug verfügbar ist.

Es gibt kein "Muss" bei diesen Übungen. Falls Du Dir eine bestimmte Sinneswahrnehmung noch nicht oder nur schwer vorstellen kannst(z.B. Hören, Riechen), ist das in Ordnung.

 

  

nach: Luise Reddemann: Imagination als heilsame Kraft. Leben lernen 141. Klett Cotta. 2001

Psychotherapeutische Praxis Regina Konrad
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