Einen Vortrag halten, ein Referat …

 

Was für ein entsetzlicher Moment für je­manden, der es nicht gewohnt ist, vor vielen Menschen zu reden: Das Herz rast, im Hals sitzt ein Kloß, der Atem geht zu schnell, ist nur noch oben im Brustbein zu spüren.

Jetzt erst mit Entspannungs‑ und Atemübungen anzufangen nützt nicht mehr viel.

Wer aber ein paar Tage vor einer solchen Rede oder vor einem entscheidenden Vorstellungsgespräch mit Übungen beginnt, dem wird es besser gelingen, seine Nervosität in den Griff zu kriegen.

 

  1. Schritt: Die Affentrommel

Klopfen Sie sich am ganzen Körper ab.

Am Brustbein damit beginnen und dann am Körper hinunter, klopfen Sie überall dorthin, wo Knochen sind, auf die Hüften, das Becken, das Kreuzbein am unteren Rücken, die Oberschenkel.

Sparen Sie aber die Gelenke dabei aus.

So lange trommeln, bis Sie an den Stellen, auf die Sie klopfen, Wärme oder ein Kribbeln spüren.

Durch die Nase einatmen und beim Ausatmen sagen Sie laut: »Uuuaaah«.

Sie spüren die Resonanz dieses Lautes besonders gut, wenn Sie sich aufs Brustbein trommeln.

Der Sinn dieser Übung: Sie spüren Ihren ganzen Körper.

Und nicht nur das obere Drittel.

Denn bei Nervosität rutscht das Gefühl für den Körper allzu leicht nach ganz oben, zum Herz, zum Hals, in den Kopf.

Natürlich ist diese Übung in einem Saal mit 300 Menschen fehl am Platz.

Daher sollten Sie sie schon ein paar Tage zuvor regelmäßig zu Hause machen.

Wenn Sie nun das Zimmer des Personalchefs betreten oder zum Rednerpult gehen, müssen Sie sich nur an diese Übung erinnern ‑ und an das Gefühl, das sich dabei im Körper eingestellt hat.

Das hilft wirklich, denn der Körper hat ein Gedächtnis.

 

  1. Schritt: Die Wippe

Stellen Sie sich hin, die Füße beckenbreit auseinander, die Knie und Arme locker.

Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Baum und Ihre Beine und Füße die Wurzeln.

Das Gefühl und die Gewissheit nämlich, fest auf dem Boden zu stehen, sind große Hilfen, um der Nervosität Herr zu werden.

Verlagern Sie nun das Gewicht auf die Zehenballen und wippen Sie auf die Fersen.

Werden Sie allmählich schneller, aber nur so lange, wie es Ihnen angenehm ist.

Öffnen Sie dabei den Mund, lassen Sie den Unterkiefer hängen und sagen Sie beim Ausatmen: »Haaaaa«.

Dabei spüren Sie die Vibration im Körper.

 

     3. Schritt: Vor dem entscheidenden Moment

Erinnern Sie sich an Schritt 1 und 2.

Wenn es die Situation erlaubt, sagen Sie leise und so lange wie möglich: „Schschschschschsch“.

Durch die Nase einatmen, dann wieder: „Schschschsch“.

Sollte das nicht möglich sein: Atmen Sie durch die Nase ein, durch den Mund aus, konzentrieren Sie sich dabei vor allem auf die Ausatmung, die besonders lang sein sollte.

Spüren Sie, wie dabei der Bauch nach innen geht. Beim Einatmen Bauchdecke lösen und gleich wieder „Schschschsch“...

 

  1. Schritt: Der entscheidende Moment

Fest auf die Füße stellen, Knie nicht durchdrücken, vor Beginn der Rede ins Publikum schauen.

Diesen Moment nutzen, um sich noch einmal auf das Ausatmen zu konzentrieren.

Idealerweise haben Sie in Ihrem Manuskript mit dem Stift Stellen markiert, an denen Sie eine kurze Pause machen können.

Eine Verschnaufpause ‑ im wahren Sinn des Wortes.

Jetzt dürfte eigentlich nichts mehr schief gehen.

Toi, toi, toi.

 

 

 

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